Kann KI klinische Studien vorwegnehmen und damit sogar überflüssig machen? Dieses Versprechen versucht das Basler Techbio-Start-up Atlas Bio einzulösen. Es sammelte 12,5 Mio. US-Dollar für ein KI-Modell, das Arzneimittelwirkungen anhand menschlicher RNA-Daten vorhersagen soll. Erste industrielle Anwendungen werden berichtet. Ob sich damit Tierversuche ersetzen oder klinische Entwicklungsprogramme verlässlich vorhersagen lassen, muss sich allerdings erst zeigen.
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Bereits 2014 wurde die Nutzung biologischer Daten für die computergestützte Diagnose zum Patent angemeldet (T 1285/10). Genetische Patientendaten sollten mittels KI einen pathologischen Zustand vorhersagen und eine individuelle Therapieempfehlung ermöglichen. Trainingsverfahren und Modell waren nicht näher offenbart. Dennoch wurde das Patent erteilt.
Google DeepMind hat mit dem AlphaGenome-Atlas die vorhergesagten molekularen Auswirkungen von rund neun Milliarden möglichen Einzelbasenänderungen im menschlichen Genom vorab berechnet. Der Wert des Projekts liegt weniger in der schieren Datenmenge als in einem neuen Werkzeug für die funktionelle Genetik: Forscher können damit Kandidatenvarianten im gesamten Genom nach ihrer möglichen biologischen Wirkung durchsuchen.
Das Schweizer HealthTech-Start-up Aeon schloss Mitte September eine Erweiterung seiner Seed-Runde auf rund 12 Mio. Euro ab. Mit dem Geld soll die Übernahme des Berliner Diagnostik-Unternehmens Aware Health finanziert werden.
Alle sechs Minuten stirbt ein Mensch in Deutschland an einer Sepsis. Überleben die Betroffenen, leiden sie unter Umständen ein Leben lang unter den Folgen. Anlässlich des Welt-Sepsis-Tages plädieren Mediziner für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um die Diagnose zu beschleunigen und einen zügigen Behandlungsbeginn zu ermöglichen.
Nordrhein-Westfalen legt ein ungewöhnlich großes Forschungsprogramm auf: Mit 200 Mio. Euro will das Land seine sieben Universitätskliniken und die TU Dortmund zu einem KI-Netzwerk für die Krebsmedizin verbinden. Die Summe gehört damit zu den größten thematischen Forschungsinvestitionen eines einzelnen Bundeslandes.
Adaptyv Biosystems will mit 40 Mio. Dollar die nächste Stufe der Laborautomatisierung zünden: KI soll nicht mehr nur Daten auswerten, sondern Experimente entwerfen, Roboter steuern und aus den Ergebnissen die nächsten Versuche ableiten. Das Schweizer Start-up steht damit für einen grundlegenden Wandel im Forschungslabor – vom automatisierten Arbeitsschritt hin zum selbststeuernden Experimentierkreislauf.
Ein mobiles Assistenzsystem, das Extended-Reality-Brillen mit Künstlicher Intelligenz kombiniert, soll Menschen mit Sehbehinderung künftig in ihrem Arbeitsalltag unterstützen. Entwickelt wird es in den kommenden Jahren gemeinsam von Forschern am KIT und am Fraunhofer IOSB.
Erstmals haben Forscher mit Hilfe generativer KI vollständige Bakteriophagen-Genome entworfen, im Labor hergestellt und funktionierende Bakterien-Viren daraus gewonnen. Die Arbeit, die aktuell in Science publiziert wurde, zeigt das Potenzial für neue Phagentherapien – verschärft aber auch die Frage, wie sich solche biologischen Designwerkzeuge kontrollieren lassen.
Das Berliner Unternehmen Nia Health und das Biopharma-Unternehmen AbbVie Deutschland bündeln ihre Kräfte, um gemeinsam die Weiterentwicklung einer KI-gestützten Versorgungslösung für Neurodermitis-Patienten voranzutreiben. Ziel der seit Juli 2026 bestehenden Kooperation ist es, die Dokumentation des Krankheitsverlaufs im Alltag zu verbessern und Ärzte bei der Bewertung des Schweregrads der Erkrankung zu unterstützen.

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Dr. Anna Katharina Heide,ambidexIP
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Land NRW, Marius Becker
Adaptyv
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Nia Health GmbH
